Ein Oberschenkelhalsbruch entsteht bei älteren Menschen oft schon bei einem vergleichsweise harmlosen Sturz zu Hause, meist auf dem Boden von Osteoporose. Die eigentliche Herausforderung beginnt aber erst nach der Operation: Wer mit Gehstützen und nur teilbelastetem Bein wieder laufen lernt, sollte dafür nicht ausgerechnet den Weg zu einer Praxis zurücklegen müssen, ein erneuter Sturz ist hier das Letzte, was Sie jetzt brauchen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei älteren Menschen ist meist Osteoporose in Kombination mit einem Sturz die Ursache, oft reicht schon ein Bagatelltrauma.
- Je nach Bruchform kommt eine kopferhaltende Operation (Platte/Schrauben, 6 bis 8 Wochen Teilbelastung) oder eine kopfersetzende Operation (Hüftprothese, meist sofortige Vollbelastung) infrage.
- Frühzeitige Mobilisation ist entscheidend, um Muskelabbau, Thrombose und weiteren Komplikationen vorzubeugen.
- Da Betroffene direkt nach der Operation nur eingeschränkt und mit Gehstützen mobil sind, ist ein Hausbesuch hier deutlich sicherer als der Weg zu einer Praxis.
- Als Privatversicherte und Selbstzahler ist ein Rezept zur Kostenerstattung sinnvoll, aber keine zwingende Voraussetzung für einen Termin.
Was ist ein Oberschenkelhalsbruch und wie entsteht er?
Beim Oberschenkelhalsbruch, auch Schenkelhalsbruch oder Hüftfraktur genannt, bricht der hüftnahe Teil des Oberschenkelknochens. Typische Anzeichen sind starke Schmerzen in der Hüfte, ein nach außen gedrehtes und sichtbar verkürztes Bein sowie die Unfähigkeit, das Bein selbstständig anzuheben.
Bei älteren Menschen ist die Ursache meist eine Kombination aus Osteoporose und einem eigentlich harmlosen Sturz, die poröse Knochenstruktur bricht dann schon bei geringer Krafteinwirkung. Bei jüngeren Menschen sind dagegen meist Unfälle mit hoher Krafteinwirkung die Ursache, etwa beim Sport oder im Straßenverkehr.
Welche Behandlungswege gibt es?
| Behandlungsweg | Was das für die Nachbehandlung bedeutet |
|---|---|
| Konservative Therapie | Nur bei stabilen, kaum verschobenen Brüchen, zunächst Schonung mit Teilbelastung |
| Kopferhaltende Operation | Fixierung mit Platte/Schrauben, meist 6 bis 8 Wochen Teilbelastung an Gehstützen |
| Kopfersetzende Operation (Hüftprothese) | Das Bein kann in der Regel sofort wieder voll belastet werden |
Bei älteren Patienten wird in aller Regel operiert, da der Bruch unbehandelt eine ernsthafte Gefahr darstellt und eine rasche Mobilisierung entscheidend für die weitere Genesung ist.
Wie läuft die Reha nach der Operation ab?
Direkt nach der Operation steht zunächst die Thromboseprophylaxe im Vordergrund, etwa durch einfaches Fußwippen im Liegen. Anschließend beginnt die eigentliche Mobilisation: Gangschulung an Unterarmgehstützen, vorsichtige Kräftigung der Bein- und Rumpfmuskulatur sowie, je nach Operationsverfahren, die schrittweise Steigerung der Belastung.
Eine vollständige Genesung dauert bei einer kopferhaltenden Operation oft mehrere Monate, mit einer Rückkehr zu normalen Alltagsaufgaben nach etwa 6 bis 8 Wochen. Nach einer Hüftprothese verläuft die Mobilisation meist zügiger, da das Bein früher voll belastet werden darf.
Warum ist ein Hausbesuch nach einem Oberschenkelhalsbruch besonders wichtig?
In den ersten Wochen nach der Operation sind Betroffene nur eingeschränkt mobil, oft ausschließlich mit Gehstützen und unter Teilbelastung. Ausgerechnet in dieser Phase eine fremde, möglicherweise unebene Umgebung auf dem Weg zu einer Praxis zu bewältigen, ist ein vermeidbares Risiko, gerade weil der ursprüngliche Bruch selbst meist durch einen Sturz entstanden ist.
Bei einem Hausbesuch üben wir die Gangschulung direkt dort, wo Sie sie im Alltag tatsächlich brauchen, an Ihrer eigenen Türschwelle, auf Ihrer eigenen Treppe, im eigenen Bad. Das macht die Mobilisation nicht nur sicherer, sondern auch spürbar alltagsnäher.
Wie beugen Sie einem erneuten Bruch vor?
Nach überstandener Fraktur ist die Vorbeugung eines erneuten Sturzes zentral. Gezieltes Kraft-, Gleichgewichts- und Koordinationstraining senkt das Risiko deutlich, mehr dazu lesen Sie auch in unserem Artikel zur Sturzprophylaxe im Alter. Liegt zusätzlich eine Osteoporose vor, lohnt sich begleitend gezieltes Krafttraining, um die Knochendichte langfristig zu unterstützen.
Was sollten Sie vorbereiten?
Halten Sie fest, welches Operationsverfahren durchgeführt wurde und welche Belastungsvorgaben Ihr Arzt gemacht hat, das ist die Grundlage für unseren Behandlungsplan. Für Privatversicherte lohnt sich ein ärztliches Rezept, das nach Möglichkeit den Vermerk „Hausbesuch“ enthält.
Was kostet die Physiotherapie zu Hause nach einem Oberschenkelhalsbruch?
Für Privatversicherte und Selbstzahler gibt es keine gesetzliche Obergrenze für Anzahl oder Dauer der Behandlungen, solange sie medizinisch sinnvoll sind. Deshalb vereinbaren wir vor Behandlungsbeginn einen Honorarvertrag mit Ihnen, in dem alle Kosten schriftlich festgehalten sind, keine Überraschungen später auf der Rechnung.
Die Begleichung unserer Rechnung erfolgt innerhalb der genannten Zahlungsfrist, unabhängig davon, wann Ihre Versicherung erstattet, die Rückerstattung holen Sie sich anschließend selbst bei Ihrer PKV ab.
Wie vereinbaren Sie einen Termin?
Rufen Sie uns unter 0151 720 56541 an oder fordern Sie über unser Kontaktformular einen unverbindlichen Rückruf an, gerne auch als Angehörige für einen Elternteil. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden persönlich und klären, ab wann ein erster Hausbesuchstermin in Berlin oder Potsdam möglich ist.
Häufig gestellte Fragen
Wie schnell nach der Operation kann die Physiotherapie beginnen?
In der Regel schon während des Krankenhausaufenthalts, spätestens aber kurz nach der Entlassung. Frühzeitige Mobilisation ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Genesung.
Darf ich mit Teilbelastung überhaupt schon zu Hause trainieren?
Ja, gerade dann ist angeleitetes Training besonders wichtig. Wir passen jede Übung genau an Ihre ärztlich vorgegebenen Belastungsgrenzen an.
Wie lange brauche ich die Gehstützen?
Das hängt vom Operationsverfahren ab, bei einer kopferhaltenden Operation meist 6 bis 8 Wochen, bei einer Hüftprothese oft kürzer. Wir begleiten Sie durch die schrittweise Reduktion.
Was, wenn bereits ein früherer Sturz zu diesem Bruch geführt hat?
Das ist ein wichtiger Hinweis für uns, den Sie unbedingt ansprechen sollten. Wir beziehen gezielte Sturzprophylaxe von Anfang an in Ihren Behandlungsplan mit ein.
Kann ich als Angehörige einen Termin vereinbaren?
Ja, das ist ausdrücklich möglich und kommt häufig vor. Sie können den ersten Kontakt stellvertretend aufnehmen, die Behandlung findet dann mit Einverständnis direkt bei Ihrem Angehörigen statt.