Nach einer Lymphdrainage fühlen sich viele Menschen spürbar müde, direkt danach steht meist noch das Anlegen eines Kompressionsverbands an. Gerade in der Anfangsphase, wenn eine Behandlung täglich stattfindet, wird der Weg zur Praxis dadurch schnell zur eigentlichen Belastung, noch bevor die eigentliche Therapie überhaupt wirkt. Bei einem Hausbesuch fällt genau das weg.
Das Wichtigste in Kürze
- Manuelle Lymphdrainage ist Teil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE), angewendet bei Lymph- und Lipödem sowie nach orthopädischen Eingriffen.
- In der akuten Entstauungsphase wird meist täglich behandelt, in der anschließenden Erhaltungsphase ein- bis zweimal wöchentlich.
- Nach der Behandlung ist eine Kompressionsversorgung (Bandage oder Strumpf) notwendig, um das Ergebnis zu sichern.
- Bei bestimmten Erkrankungen wie Thrombose oder akuter Infektion ist Lymphdrainage kontraindiziert und muss ärztlich abgeklärt werden.
- Als Privatversicherte und Selbstzahler ist ein Rezept zur Kostenerstattung sinnvoll, aber keine zwingende Voraussetzung für einen Termin.
Was ist eine manuelle Lymphdrainage?
Bei der manuellen Lymphdrainage regen sanfte, systematische Grifftechniken den Transport der Lymphflüssigkeit in den Lymphgefäßen an. Anders als bei einer klassischen Massage wird dabei nicht geknetet, die Technik setzt stattdessen sanfte Dehnungsreize auf Haut und Gewebe, um gestaute Flüssigkeit gezielt in Richtung der funktionierenden Lymphbahnen zu bewegen.
Behandelt werden am häufigsten Arme oder Beine, grundsätzlich kann aber auch der Rumpf, der Hals-Kopf-Bereich oder der Genitalbereich betroffen sein. Viele Patienten empfinden die gleichmäßigen, sanften Bewegungen zusätzlich als spürbar wohltuend und entspannend.
Wann ist eine Lymphdrainage sinnvoll?
Die häufigsten Anwendungsgebiete sind das Lymphödem und das Lipödem, chronische Erkrankungen, bei denen sich Flüssigkeit im Gewebe staut. Ebenso häufig kommt Lymphdrainage nach orthopädischen Verletzungen oder Operationen zum Einsatz, um Schwellungen und die damit verbundenen Schmerzen zu reduzieren, hier ergänzt sie oft eine bereits laufende Physiotherapie nach Knie-OP oder vergleichbaren Eingriffen.
Bei medizinischer Notwendigkeit ist die Behandlung auch während einer Schwangerschaft möglich, dann jedoch speziell angepasst, etwa ohne tiefe Bauchbehandlung.
Wann darf keine Lymphdrainage durchgeführt werden?
| Kontraindikation | Warum sie ausgeschlossen werden muss |
|---|---|
| Thrombose | Risiko, dass sich ein Blutgerinnsel löst und eine Lungenembolie auslöst |
| Akute Infektion / Erysipel | Die Behandlung könnte die Ausbreitung der Infektion fördern |
| Ausgeprägte Herzschwäche | Die zusätzliche Flüssigkeit im Kreislauf kann das Herz weiter belasten |
| Bestimmte Tumore | Erhöhtes Risiko einer Metastasierung, insbesondere bei malignen Lymphomen |
Diese Liste ist nicht abschließend, deshalb klären wir vor der ersten Behandlung immer gemeinsam mit Ihnen und, falls nötig, mit Ihrem behandelnden Arzt ab, ob eine Lymphdrainage für Sie infrage kommt.
Wie oft und wie lange dauert eine Behandlung?
Eine Sitzung dauert je nach Schwere der Erkrankung zwischen 30 und 60 Minuten. In der akuten Entstauungsphase wird meist täglich behandelt, um die Schwellung zügig zu reduzieren, in der anschließenden Erhaltungsphase reichen dann meist ein bis zwei Termine pro Woche.
Warum ist ein Hausbesuch bei Lymphdrainage besonders sinnvoll?
Gerade die tägliche Behandlung während der Entstauungsphase lässt sich zu Hause deutlich einfacher durchhalten als mit täglichen Fahrten zu einer Praxis, besonders wenn ein geschwollenes Bein das Gehen und Autofahren selbst schon erschwert. Nach der Behandlung fühlen sich viele Patienten zudem spürbar müde, zu Hause können Sie sich direkt hinlegen und ausruhen, statt sich erschöpft noch nach Hause bewegen zu müssen.
Auch das anschließende Anlegen der Kompressionsbandage lässt sich in der eigenen, vertrauten Umgebung entspannter durchführen. Dieses Prinzip, die Behandlung dorthin zu bringen, wo sie am wenigsten Aufwand für Sie bedeutet, ist bei Physiotherapie als Hausbesuch grundsätzlich der Kern unseres Angebots.
Was passiert nach der Behandlung?
Um das Ergebnis zu sichern, wird der behandelte Arm oder das Bein direkt im Anschluss bandagiert oder mit einem medizinischen Kompressionsstrumpf versorgt. Trinken Sie danach ausreichend, da die Lymphdrainage den Lymphabfluss und damit auch die Urinbildung anregt, und bewegen Sie sich im Anschluss moderat, etwa mit einem Spaziergang, das unterstützt die Wirkung der Behandlung zusätzlich.
Was sollten Sie vorbereiten?
Für die Kostenerstattung benötigen Sie ein ärztliches Rezept, das Sie bei hausärztlichen, lymphologischen oder hautärztlichen Praxen erhalten. Halten Sie zudem bereits vorhandene Kompressionsversorgung griffbereit, damit wir sie direkt im Anschluss an die Behandlung anlegen können, und planen Sie nach dem Termin lieber keine anstrengenden Aktivitäten mehr ein.
Was kostet die Lymphdrainage zu Hause?
Für Privatversicherte und Selbstzahler gibt es keine gesetzliche Obergrenze für Anzahl oder Dauer der Behandlungen, solange sie medizinisch sinnvoll sind, ein echter Vorteil gerade in der täglichen Entstauungsphase. Deshalb vereinbaren wir vor Behandlungsbeginn einen Honorarvertrag mit Ihnen, in dem alle Kosten schriftlich festgehalten sind, keine Überraschungen später auf der Rechnung.
Die Begleichung unserer Rechnung erfolgt innerhalb der genannten Zahlungsfrist, unabhängig davon, wann Ihre Versicherung erstattet, die Rückerstattung holen Sie sich anschließend selbst bei Ihrer PKV ab.
Wie vereinbaren Sie einen Termin?
Rufen Sie uns unter 0151 720 56541 an oder fordern Sie über unser Kontaktformular einen unverbindlichen Rückruf an. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden persönlich und klären, ab wann ein erster Hausbesuchstermin in Berlin oder Potsdam möglich ist.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Lymphdrainage selbst zu Hause durchführen?
Nein, die systematische Behandlung des ganzen Körpers erfordert eine fachliche Ausbildung. Unter Anleitung können Sie aber mit Atem- und Bewegungsübungen den Lymphfluss zusätzlich zwischen den Terminen unterstützen.
Ist Lymphdrainage schmerzhaft?
Nein, die Grifftechniken sind sanft und werden von den meisten Patienten als angenehm und entspannend empfunden, anders als eine klassische, kräftigere Massage.
Wer darf eine Lymphdrainage durchführen?
Physiotherapeuten mit einer speziellen Zusatzausbildung als Lymphtherapeuten sowie medizinische Masseure mit entsprechender Zusatzqualifikation. Bei uns übernehmen das ausschließlich Therapeuten mit dieser Fortbildung.
Wie schnell zeigt sich eine Verbesserung?
Während der täglichen Entstauungsphase ist oft schon nach wenigen Tagen eine spürbare Reduktion der Schwellung erkennbar. Der langfristige Erfolg hängt zusätzlich von der konsequenten Kompressionsversorgung ab.
Was, wenn ich unsicher bin, ob eine Kontraindikation vorliegt?
Sprechen Sie uns vor dem ersten Termin darauf an, wir klären das gemeinsam und ziehen bei Unsicherheit Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.