Arthrose, der fortschreitende Verschleiß des Gelenkknorpels, ist nicht heilbar, das ändert aber nichts daran, dass sich die Beschwerden wirksam behandeln lassen. Je früher die Behandlung beginnt, desto bessere Ergebnisse lassen sich erzielen, und an erster Stelle steht dabei fast immer die konservative Behandlung, nicht die Operation.
Das Wichtigste in Kürze
- Arthrose ist nicht heilbar, aber gezielte Physiotherapie kann das Fortschreiten spürbar verlangsamen und Schmerzen deutlich lindern.
- Bei einer aktivierten Arthrose (mit Entzündung) hilft Kälte besser, bei der gewöhnlichen, stabilen Arthrose dagegen meist Wärme, eine wichtige Unterscheidung.
- Übergewicht schadet gleich doppelt: Es belastet die Gelenke mechanisch und das Fettgewebe produziert zusätzlich entzündungsfördernde Stoffe.
- Eine Operation wird erst erwogen, wenn die konservative Behandlung ausgeschöpft ist, viele Patienten kommen jahrelang ohne aus.
- Als Privatversicherte und Selbstzahler sind Sie bei Dauer und Anzahl der Behandlungen an keine gesetzliche Obergrenze gebunden.
Was unterscheidet stabile von aktivierter Arthrose?
Diese Unterscheidung wird oft übersehen, ist aber praktisch wichtig: Bei der gewöhnlichen, stabilen Arthrose ohne akute Entzündung hilft Wärme, etwa ein Körnerkissen oder eine Fangopackung, sie lockert die umliegende Muskulatur und lindert Schmerzen. Kommt es dagegen zu einer aktivierten Arthrose, also einem entzündlichen Schub mit Schwellung, Rötung und Überwärmung des Gelenks, kehrt sich das um: Jetzt hilft Kühlen besser, etwa mit einem Quarkwickel oder gezielter Kältetherapie.
Ob bei Ihnen gerade eine stabile oder eine aktivierte Phase vorliegt, besprechen wir bei der Befundung gemeinsam mit Ihnen, damit die Empfehlung tatsächlich zu Ihrer aktuellen Situation passt.
Welche Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen?
Eine plötzliche, starke Schwellung mit deutlicher Rötung, Überwärmung und Fieber ist auch bei bekannter Arthrose kein normaler Schub, sondern ein Grund, zeitnah einen Arzt aufzusuchen. Dahinter kann sich eine Gelenkinfektion oder eine andere entzündliche Erkrankung verbergen, die eine andere Behandlung braucht als die gewohnte Arthrose-Therapie.
Wie hilft Physiotherapie bei Hüft- und Kniearthrose?
Im Zentrum steht der gezielte Aufbau der Muskulatur, die das betroffene Gelenk umgibt und stabilisiert, bei der Hüfte vor allem die Gesäß- und Hüftmuskulatur, beim Knie insbesondere der Oberschenkelmuskel. Eine kräftigere Muskulatur nimmt dem Gelenk einen Teil der Last ab und kann das Fortschreiten der Arthrose messbar verlangsamen. Ergänzend zeigen wir Ihnen gezielte, schmerzarme Übungen und helfen dabei, ungünstige Bewegungsmuster und Fehlhaltungen zu erkennen und anzupassen, bevor sie das Gelenk zusätzlich belasten.
- Aufstehen und Hinsetzen an der Stuhlkante: Langsam und kontrolliert von einem stabilen Stuhl aufstehen und wieder hinsetzen, ohne mit Schwung hochzukommen. Kräftigt Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur, entlastet Knie- und Hüftgelenk im Alltag. 2 Serien à 8 Wiederholungen.
- Beckenlift in Rückenlage: Mit angestellten Beinen auf dem Rücken liegen, das Becken langsam anheben und wieder senken. Kräftigt die Gesäßmuskulatur, die das Hüftgelenk stabilisiert. 2 Serien à 10 Wiederholungen.
- Knie strecken im Sitzen: Auf einem Stuhl sitzen und ein Bein langsam strecken, kurz halten, dann wieder absenken. Kräftigt gezielt den Oberschenkelmuskel, der das Kniegelenk entlastet. 2 Serien à 10 Wiederholungen je Bein.

Was können Sie selbst zusätzlich tun?
Gelenke brauchen Bewegung, um gut zu funktionieren, gleichzeitig sollten sie nicht dauerhaft überlastet werden. Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Aquafitness oder regelmäßige Spaziergänge sind meist gut geeignet, solange sie keine Schmerzen auslösen. Sprechen Sie neue Belastungen vorher mit uns ab, damit Sie Ihre persönliche Grenze nicht überschreiten.
Auch das Körpergewicht spielt eine doppelte Rolle: Überschüssige Kilos belasten die Gelenke direkt, gleichzeitig bildet Fettgewebe entzündungsfördernde Stoffe, die eine Gelenkentzündung zusätzlich anfachen können. Eine Ernährung mit mehr Omega-3-Fettsäuren, etwa aus grünem Blattgemüse, fettem Kaltwasserfisch oder Nüssen, wirkt dem entgegen, während Omega-6-reiche Lebensmittel wie viel Fleisch oder bestimmte Pflanzenöle die Entzündungsneigung eher fördern.
Wann wird eine Operation zum Thema?
Ein operativer Eingriff wird in der Regel erst erwogen, wenn die konservative Behandlung ausgeschöpft ist und die Beschwerden den Alltag erheblich einschränken, etwa durch starke Schmerzen, die den Schlaf stören, oder eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit. Dabei wird grundsätzlich zwischen gelenkerhaltenden Verfahren, die eine noch ausreichende Knorpelschicht voraussetzen, und einem Gelenkersatz unterschieden, wenn die Gelenkstrukturen bereits zu stark geschädigt sind. Falls bei Ihnen eine Hüft-TEP ansteht oder bereits erfolgt ist, finden Sie ausführliche Informationen zur Nachbehandlung in unserem eigenen Artikel dazu.
Warum ist ein Hausbesuch bei Arthrose besonders praktisch?
Arthrose begleitet Sie über Jahre, nicht nur über einige Wochen, deshalb zahlt sich ein fester Ansprechpartner hier besonders aus, der Ihren Verlauf über die Zeit genau kennt. Zudem lassen sich Übungen und Alltagsanpassungen direkt in Ihrer eigenen Wohnung besprechen, an genau der Treppe, dem Sessel oder der Badewanne, die Sie tatsächlich täglich nutzen. Mehr zu den Vorteilen lesen Sie in unserem eigenen Artikel dazu.
Wie sieht die Kostenübernahme für Privatversicherte und Selbstzahler aus?
Für Privatversicherte und Selbstzahler gibt es keine gesetzliche Obergrenze für Anzahl oder Dauer der Behandlungen, solange sie medizinisch sinnvoll sind, gerade bei einer chronischen Erkrankung wie Arthrose ein spürbarer Vorteil. Als Selbstzahler können Sie sich auch ganz ohne Rezept beraten lassen, als Privatversicherte empfehlen wir dagegen ein ärztliches Rezept, damit Sie die Kosten anschließend bei Ihrer Versicherung einreichen und erstattet bekommen können.
Deshalb vereinbaren wir vor Behandlungsbeginn einen Honorarvertrag mit Ihnen, in dem alle Kosten schriftlich festgehalten sind. Die Begleichung unserer Rechnung erfolgt dabei innerhalb der genannten Zahlungsfrist, unabhängig davon, wann Ihre Versicherung erstattet.
Wie vereinbaren Sie einen Termin?
Rufen Sie uns unter 0151 720 56541 an oder fordern Sie über unser Kontaktformular einen unverbindlichen Rückruf an. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden persönlich und klären, ab wann ein erster Hausbesuchstermin in Berlin oder Potsdam möglich ist.
Häufig gestellte Fragen
Kann Physiotherapie Arthrose heilen?
Nein, der Gelenkverschleiß selbst lässt sich nicht rückgängig machen. Physiotherapie kann das Fortschreiten aber spürbar verlangsamen und Schmerzen sowie Beweglichkeit deutlich verbessern.
Soll ich mein Gelenk bei Arthrose eher schonen oder bewegen?
Bewegen, aber gelenkschonend. Vollständige Schonung schwächt die stützende Muskulatur, während dauerhafte Überlastung das Gelenk zusätzlich schädigt, es kommt auf das richtige Maß an.
Wärme oder Kälte bei Arthrose-Schmerzen?
Das hängt vom Zustand ab: Bei der gewöhnlichen, stabilen Arthrose hilft meist Wärme, bei einem akuten, entzündlichen Schub mit Schwellung und Überwärmung dagegen Kälte.
Beeinflusst die Ernährung die Arthrose spürbar?
Ja, sowohl über das Körpergewicht als auch direkt über entzündungsfördernde und entzündungshemmende Fettsäuren. Eine Ernährung mit mehr Omega-3 und weniger Omega-6-Fettsäuren kann die Beschwerden positiv beeinflussen.
Ab wann sollte ich über eine Operation nachdenken?
In der Regel erst, wenn die konservative Behandlung ausgeschöpft ist und die Beschwerden Ihren Alltag oder Schlaf erheblich einschränken. Diese Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, oft nach Jahren erfolgreicher konservativer Therapie.